Improvisation kann jeder

A capella Improvisation, das kann jeder. tin chor festival duesseldorf

Zählt bereits das Singen unter der Dusche  oder in freier Natur zu den natürlichen Lautäußerungen  menschlichen Ausdrucks im Alltag, wenn wir über Vokal-Improvisation sprechen? Warum nicht, vokale Improvisations Musik ist vielfältig, vielgestaltig. Ja wirklich, jeder kann singen, brabbeln, sprechen, und fängt damit im Dialog des Alltags an. Und ausserdem: wer sprechen kann, kann auch singen!

Singen ist Sprechen auf Tonhöhe. Rhythmisch geordnet oder frei auf verschiedene Arten. Gesetzt angenehm sogar ineinander verwoben, wild und rau können wir Musik spontan singend erfahren. Wie in einem Gespräch, einem Austausch von Erlebtem.  Es sprudelt akustisch auf verschiedenen Tonmelodien nur so aus uns heraus. Wir fliessen summend vor lauschender Begeisterung und Mitteilungslust, fügen uns dem Klang bei, folgen ihm und setzten lautmalerische Impulse.

                                                                                                                                                                                                                                                            Es geht los wenn der Mut gefasst ist, der Impuls gesetzt die Stimme und den Atem fliessen zu lassen. Das macht riesigen Spass, höre ich immer wieder Leute sagen, die dies beginnen.

Wie wäre es, sich einfach hinzustellen und zu singen, mit mehreren oder allein. Es ist ein Versuch, ein Experiment. Anzufangen mit Begeisterung aus sich herauszusingen, Klänge zu teilen, Teil eines Klanges zu sein. Oder sogar klangzubaden in einer Tonfolge und kleine Melodien entstehen zu lassen, die durch mich erklingen, sich  einfügen in ein Klangereignis mit mehreren. Dies zu teilen vergrößert und verstärkt oftmals den akustischen Moment.

Es beginnt immer mit dem Atem, mit dem Körper, unserem Instrument.

Ich bin das Instrument, bin die Person, durch die es klingt, wie der lat. Wortstamm bereits impliziert: per sonare, durch mich klingt, tönt es durch;  durch mich, meine menschliche „Maske“. Also, ich klinge, wie ich klinge, -ich bin, wie ich bin -heute, jetzt, gestern und morgen.

Wie wäre es,  sehr einverstanden mit Dir selbst zu sein, mit allem was kommt, kommen darf an Klang, an Lautierung, an Geräusch, an Rhythmus, an Melodie. Es ist wie es ist, gerade dieser Gedanke ist reizvoll. Es ist ein öffnender Gedanke,  frei von Wertung und Vergleich und Erwartung, lässt sehen und fühlen was kommen mag. Es ist keine Garantie für die beste Musik, die da hörbar wird, aber vielleicht doch. Es ist, wie es ist. Geniesse den Moment.

Wie wäre es neugierig zu sein Dinge anzuschauen, anzuhören, die sich zeigen wollen, Überraschungsmomente akustisch passieren lassen. Gespür für die Momente entwickeln, in denen sich Impulse und Ideen ihren Weg bahnen, wenn wir sie lassen. Impulse aus unserem Inneren.

Wie wäre es intuitiv zu deinen ersten Ideen zu singen die kommen, aus Deinem Inneren. Horche in Dich hinein, lausche der Stille in Dir. Bleibe möglichst einfach, denn Ideen kommen überraschend melodisch schön daher.

 

Mental – Intuitiv

Mental – mit dem Intellekt, dem Verstand, erinnernd, planend, kalkulierend, vergleichend, ableitend, erwägend, sich Wissen aneignend, auf Wissen zurückgreifend, schlussfolgernd, kombinierend, suchend…

Intuitiv – jetzt, spontan, unmittelbar, authentisch, im Ausdruck, kein Beweis und keine Rechtfertigung sind nötig, aus der eigenen Mitte heraus, mühelos…

Beide ergänzen sich.

Wir benötigen beides.

Markus Stockhausen, aus „Im inneren Garten“

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